Fahrradforum behandelt Unfallgeschehen und Falschparken auf Radwegen

Vor dem eigentlichen Fahrradforum wurde seitens der Verwaltung eine optionale Befahrung zur Sichtung aktueller Maßnahmen angeboten. Jörn Büttner und Anja Elsässer aus dem Stadtplanungsamt drehten mit Tino Fleckenstein (ADFC), Sebastian Görgen (VCD) und Hanns-Martin von Truchseß (FDP) eine Runde durch die Stadt. Es wurden folgende Maßnahmen vorgestellt:

- Busspur vor City Galerie nun für Radverkehr freigegeben.
- Piktogramme im Brentanoviertel und in den freigegebenen Busspuren angebracht.
- Schillerstraße Knoten Ebertbrücke: Es wurde nun eine Sperrfläche markiert. Es wird eine Überleitung von der Fahrbahn auf den Radweg NACH dem Rechtsabbieger Richtung Hanauer angelegt. Rad Radfahrstreifen wird im unteren Bereich durch eine bauliche Maßnahme (Bischofsmützen, Sperrpfosten) gesichert, damit Autofahrer nicht zu früh abbiegen.
Beschilderung Mainradweg nun FGSV-Standart entsprechend ausgeschildert.
- Eisdiele Würzburger Straße – es werden noch ein Paar Frankfurter Hüte beschafft, um die Falschparkerthematik einzudämmen (aktuell Lieferprobleme)
- Bereich Kreisel Hofgartenstr./Platanenallee/Lindenallee/Deschstr. wird angegangen (Unfallschwerpunkt!).

Unfallgeschehen

Im Bericht der Polizei wurde ein deutlicher Anstieg der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung (117 in 2016 statt der um die 80 pro Jahr). Alleinanfälle nach erster Einschätzung mit hohem Anteil (40 %) ausgewieden. In 2017 werden es wohl an die 100 Unfälle sein.

Erkennbare Schwerpunkte 2016:

- Verlauf der Würzburger und Schweinheimer Straße u.a. Knoten
- Kreisel Hofgarten/Platanenallee
- Ausfahrt Märkte Müllerstraßenviadukt

Falschparken auf Radverkehrsanlagen

Nach dem Vortrag unsererseits war zu entnehmen, dass auch die Verwaltung Handlungsbedarf sieht. Die Vertreterin des Ordnungsamtes führte an, dass zwei ihrer Kontrolleure ins Krankenhaus geprügelt wurden. Das Thema ist bei der Stadtspitze angekommen. Bürgermeister Herzing wird ein Gespräch mit der Polizei unter Beteiligung mehrerer Ämter führen.

Themen im nächsten Fahrradforum

Nachdem die Überprüfung der Radwegbenutzungspflicht nicht mehr aufgrund der fortgeschrittenen Zeit behandelt werden konnte wird diese in der nächsten Sitzung behandelt. Der ADFC hat für die nächste Tagesordnung das Thema Öffentlichkeitsarbeit vorgeschlagen.

 

 

Frankfurter Hüte in der unteren Würzburger Straße
Neue Fahrradpiktogramme im Brentanoviertel
Knoten/Kreisverkehr Hofgartenstraße/Platanenallee/Lindenallee - hier besteht noch Optimierungsbedarf!
Sperrfläche am unteren Ende Radfahrstreifen Schillerstraße
Erneuerte Beschilderung Mainradweg
 

Alexandrastraße wurde am 14.09.2017 eröffnet.

Die Alexandrastraße wurde maßgeblich zugunsten des Radverkehrs umgestaltet. Nachdem in debattenreichen Sitzungen im Frühjahr der Weg geebnet wurde, erfolgte nun relativ zeitnah die Umsetzung. Am 14.09.2017 um 16:30 Uhr erfolgte die offizielle Übergabe, zu der der Oberbürgermeister Klaus Herzog und ADFC-Vorsitzender Manfred Röllinghoff sprachen.

Hier auszugsweise die Rede von Manfred Röllinghoff

(...) Der Sicherheitstrennstreifen neben den Parkständen hilft Dooring-Unfälle zu verhindern, eine Unfallvariante zwischen parkenden Kfz und Radfahrern, welche oft zu schweren Verletzungen für den Radfahrer führt.Die Breiten der Radverkehrsanlagen entsprechen nun auch den Richtlinien, wie z.B. der ERA 2010 (den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen), welche im Radverkehrskonzept der Stadt als Grundlagen verankert sind. In der Alexandrastraße ist das Radfahren jetzt sicherer geworden. Der ADFC bedankt sich dafür bei der Stadtverwaltung und dem Aschaffenburger Stadtrat.

Es ist aber nur eines von vielen Puzzleteilen des Radverkehrskonzepts, das laut Stadtratsbeschluss vom 21. April 2015 in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll. Dabei geht es nicht nur um eine sicherer Querung der Innenstadt. Wir wünschen uns mehr:

1. Möglichst bald müssen die Lücken zwischen bereits bestehenden Fahrradverbindungen, etwa in der Würzburger Straße, in der Schweinheimer Straße oder zwischen Obernau und der Obernauer Kolonie, geschlossen werden.

2. Der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr sollte bis 2025 auf 20 Prozent steigen, wie es der Freistaat Bayern als Ziel gesetzt hat. Entsprechende Finanzmittel müssen zur Verfügung gestellt werden.

Nur so nämlich können wir das ambitionelle und weitgesteckte Ziel erreichen: die Zunahme des Autoverkehrs zu drosseln und den Umweltverbund (Busbetrieb sowie Fahrrad- und Fußgängerverkehr) zu stärken.

Daran müssen alle mitwirken. Wir sehen hier nicht nur die Stadtverwaltung und den Stadtrat in der Pflicht, sondern zum Beispiel auch den Einzelhandel, in dessen Interesse die Förderung des Umweltverbundes liegen muss. Eines der kleinen Puzzleteile in bezug auf den Radverkehr könnte zum Beispiel sein, eine ausreichende Zahl von Fahrradabstellplätzen vor den Geschäften zu schaffen. Wenn die Geschäfte nicht nur fußläufig, sondern auch mit dem Fahrrad sicher und leicht zu erreichen sind und wenn es dann für die Radler auch noch gute Abstellmöglichkeiten gibt, macht das Einkaufen in der Innenstadt immer mehr Leuten Spaß. Nur so gelingt es auch, die Menschen wieder weg von Einkäufen im Internet zu holen und ihnen das Einkaufen in der Stadt mit all den Vorzügen, die damit verbunden sind, wieder schmackhaft zu machen.

Radverkehr muss sichtbar sein, dies ist mit der klaren Gestaltung in der Alexandrastraße gelungen. Hierfür sind auch die roten Einschlämmungen ein wichtiges Element. Ebenso sind die nun öfter sichtbaren Piktogramme ein Hinweis: Hier findet Radverkehr statt! Dies ist die Schablone für zukünftige Radverkehrsanlagen in Aschaffenburg. Die Umsetzung des Radverkehrskonzeptes muss weitergehen.

Es geht dem ADFC nicht um eine Extrawurst für seine Klientel. Wir versuchen, vernetzt zu denken und alle Verkehre sinnvoll miteinander zu verknüpfen und ihnen einen gerechten Anteil am Straßenraum zu geben. (...)

Brentanoachse eröffnet.

 

Die Radverbindung von Schweinheim zur Innenstadt (Brentanoachse) wurde am 26.07.2017 eröffnet.Damit erhalten das einwohnerstarke Rosenseegebiet, Schweinheim, Gailbach, und auch Haibach eine zusätzliche und gute Möglichkeit um mit dem Fahrrad auf einer weitgehend verkehrsarmen Route bis in die Innenstadt zu fahren. Mit dem Rosenseepark liegt ein sehr schöner Abschnitt auf der Route.

Das besondere ist, dass Teile der Brentanoachse als Fahrradstraße geführt werden. Eine Führungsform - die abgesehen von einem Experiment vor einigen Jahren in Damm - bisher in Aschaffenburg nicht vorhanden war.

(Plan von Stadt Aschaffenburg aus dem Folder zur Brentanoachse)

 

 

Fahrradradstraße: eine Erläuterung

Doch was ist eigentlich eine Fahrradstraße?
Eine Fahrradstraße ist eine Straße die zuerst für Fahrradfahrer vorgesehen ist. Andere Fahrzeuge als Fahrräder dürfen eine Fahrradstraße nicht befahren, außer es ist durch ein Zusatzzeichen erlaubt. Durch Zusatzzeichen können zum Beispiel nur Anlieger oder generell PKW zugelassen sein. Fahrradstraßen werden durch das Verkehrszeichen 244.1 gekennzeichnet. Das Zeichen 244.2 kennzeichnet das Ende einer Fahrradstraße.

Welche Regeln gelten in Fahrradstraßen?
Fahrradfahrern ist es in Fahrradstraßen ausdrücklich erlaubt nebeneinander zu fahren. Sind in der Fahrradstraße auch andere Fahrzeuge als Fahrräder durch Zusatzzeichen zugelassen, haben Fahrradfahrer Vorrang vor dem übrigen Verkehr. Auto- und Motorradfahrer müssen sich dem Radverkehr anpassen. Als Höchstgeschwindigkeit gilt in Fahrradstraßen für alle Tempo 30. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. Autos und Motorräder dürfen Fahrradfahrer in der Fahrradstraße überholen. Dabei muss der seitliche Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

In der Fahrradstraße gelten die normalen Vorfahrtsregeln, also rechts vor links, wenn nichts anderes angeordnet ist. Auch in der Fahrradstraße müssen Fußgänger und fahrradfahrende Kinder unter acht Jahren den Gehweg benutzen. Inlineskater dürfen die Fahrbahn in einer Fahrradstraße nur benutzen, wenn dies durch ein Zusatzschild erlaubt ist.

Welche Vorteile bringen Fahrradstraßen?
Fahrradstraßen bringen viele Vorteile. In Fahrradstraßen können Radfahrer entspannter fahren. Man kann nebeneinander fahren und es gibt weniger Kraftfahrzeugverkehr. Die Sicherheit der Radfahrer ist in einer Fahrradstraße größer. Die Radfahrer haben Vorrang und Autos müssen langsam fahren und besondere Rücksicht nehmen. Durch ein Netz an Fahrradstraßen können außerdem die Hauptachsen des Fahrradverkehrs in einer Stadt beschleunigt werden. Das erhöht die Motivation mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu fahren. Fahrradstraßen zeigen den Radfahrern, dass sie als Verkehrsteilnehmer wertgeschätzt werden.

Auch für die Anwohner bringen Fahrradstraßen Vorteile. Durch den geringen Anteil an Kraftfahrzeugverkehr und den hohen Anteil an Fahrradverkehr sind Fahrradstraßen leiser und gesünder. Mit weniger Lärm und Abgasen führen sie zu besserer Luft und einer höheren Lebensqualität.

 

 

 

Pressemitteilung zur Ablehnung Radverkehrsanlage Alexandrastraße durch CSU und UBV:

ADFC fordert zum Radverkehrskonzept "Just do It!"

Das Radverkehrskonzept der Stadt Aschaffenburg wurde bereits am 21.04.2015 beschlossen – mit den Stimmen der CSU. Die Alexandrastraße ist dabei als Vertiefungsabschnitt definiert und näher betrachtet worden. Insofern wurde im Beschlussvorschlag der Verwaltung, welcher auch seitens des Fahrradforums befürwortet wurde, ein Teil aus demselben nun zur Umsetzung empfohlen. Was ist geschehen?

Vertreter aus Politik, Verwaltung und den Verkehrsverbänden (ADFC, VCD, FARAD) haben bisher in mehreren Sitzungen Themen zum Radverkehr beraten. Bei jeweils ca. 2,5 Stunden Sitzungsdauer und den entsprechenden vorbereitenden Arbeiten insbesondere der Verwaltung und auch bei den Verkehrsverbänden wurden erhebliche personelle Ressourcen eingebracht und die Sachverhalte qualifiziert von Fachleuten diskutiert. Der ADFC hatte hierzu beispielsweise einen eigenen Arbeitskreis eingerichtet, welcher sehr detaillierte Stellungnahmen zu den Vorlagen der Verwaltung erstellte. Wir haben es begrüßt, dass unsere Anregungen sehr offen diskutiert wurden und auch Eingang in die Planungen gefunden haben.

Die CSU und UBV haben nach der Brentanoachse wieder ein Projekt abgelehnt. Fast zwei Jahre nach Beschluss des Radverkehrskonzeptes wäre es nun an der Zeit, nicht weiter in dauerhaften Debatten um die Verkehrsführungen in der Innenstadt und damit in jahrelange Untätigkeit zu verfallen, sondern endlich Taten auf Basis des vorliegenden Radverkehrskonzeptes folgen zu lassen. Ineke Soapé, Professorin für Radverkehr in Breda (NL) formulierte es auf einer Tagung des ADFC so, dass es erst mal wichtig ist, Maßnahmen umzusetzen, auch wenn nicht alle Planungen und Probleme ausdiskutiert sind (JUST DO IT!). Jede einzelne Maßnahme wird von den Radfahrern wahrgenommen und trägt Früchte in einer veränderten Verkehrsmittelwahl. Die radfahrenden Menschen in der Stadt erwarten das es vorangeht.

Die Verwaltung hatte bezüglich der Umsetzung des Radvekehrskonzeptes einen zeitlichen Ablaufplan unterbreitet, welcher sich auf 10 Jahre ausdehnt. Wem es nicht genügt, kann ja einfordern, dass die für den Radverkehr vorgesehenen Haushaltsmittel zukünftig erhöht werden, um den Zeitraum auf z.B. vier Jahre zu verkürzen. Die Stadt wäre gut beraten, mutig zu sein und die Umverteilung des Verkehrs anzugehen. Kleinere Städte im Umfeld wie Seligenstadt oder Dieburg haben eigene Radverkehrskonzepte umgesetzt. Dort sind Fahrradstraßen bereits eine Selbstverständlichkeit. Taugliche Radverkehrsanlagen sind mittlerweile ein Standortkriterium bei der Wohnortwahl. Und in diesem Vergleich schneiden wir in Aschaffenburg aktuell nicht gut ab.

Die CSU, deren Vertreter in der Vergangenheit verschiedene Radthemen mit dem ADFC eigentlich wohlwollend diskutierten, sollte klar Farbe bekennen, welche Verkehrsarten aus ihrer Sicht gefördert werden sollen. Es entsteht nach dem Abstimmungsverhalten der berechtigte Eindruck, dass keine Veränderungen gewünscht werden, und eine Umverteilung des Verkehrsraums offenbar ebenso als unerwünscht gilt. Die nach der Senatssitzung eingereichten Vorschläge der CSU zu Würzburger Straße und Innenstadt stellen lediglich ein Ablenkungsmanöver dar und sollen verschleiern, dass es ihnen bei der Abstimmung am 14.02.2017 um nichts anderes als die 15 Parkplätze gegangen ist. Schwerer wirkt dies, da fast alle Anwesenden des letzten Fahrradforums eine eindeutige Position für die beidseitige Einrichtung von Radfahrstreifen in der Alexandrastraße befürwortet hatten.

Das ein Vertreter des Einzelhandels sich bemüßigt sieht klarzustellen, dass er nicht die Streichung der 15 Parkplätze in der Alexandrastraße trotz unmittelbar daneben liegender Tiefgarage befürwortete, lässt nichts Gutes für die verkehrspolitische Diskussion in den nächsten Jahren erwarten. Es stellt sich nach dem Abstimmungsergebnis die Frage, ob die Mitglieder, die der Einzelhandel und die CSU ins Fahrradforum entsandt haben, noch hinter dem vom Fahrradforum beschlossenen Konzept stehen.

3 Anlagen


Anlage: Fakten zur Verkehrsentwicklung in Aschaffenburg:


1995 Beschluss Verkehrsleitbild: Die Verkehrsmengen (des Kfz.-Verkehrs) sollen, um die Funktionsfähigkeit des Straßennetztes weitgehend zu gewähleisten, die Verkehrsmengen des Jahres 1995 (Analysewert) auch in Zukunft nicht überschreiten (Plafondierung).

1. HHB2013: der PKW-Verkehr innerstädtisch ist von 1995 – 2013 um ca. 17 % gewachsen. D.h. ein zentrales Ziel der Aschaffenburger Verkehrspolitik wurde verfehlt, mit entsprechenden Folgen für die hier lebenden Menschen.
2. Der absolute Anteil PKW-Verkehr am gesamten Wegeaufkommen ist im selben Zeitraum von 57% auf 59 % gestiegen. Dies wiederspricht dem allgemeinen Trend in Deutschland hin zum Umweltverbund (ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger).
3. Bei 1-2 km Entfernung schon 47 % der Wege mit dem Auto. Ab 2 km Entfernung dominiert das Auto. 51 % der Autofahrten sind kürzer als 4 km = typische Radentfernung.
4. Im letzten Fahrradklimatest 2014 wurde Aschaffenburg mit 4,0 bewertet. In der Kategorie „Falschparken auf Radwegen“ belegte Aschaffenburg bayernweit mit 5,0 den letzten Platz in den Kategorien „Sicherheit“ oder „Akzeptanz als Verkehrsteilnehmer“ haben sich die Werte deutlich verschlechtert.
5. 500 Eingaben von Bürgern zum Radverkehrskonzept. Seit dessen Beschluss am 21.04.2015 ist wenig passiert. Viele Radverkehrsanlagen entsprechen nicht den Empfehlungen der ERA2010, deren Standarts die Grundlage für diese sein sollten..
6. Den ca. 130 Mio € für die Ringstraße und den ca. 30 Mio € für die Bahnparallele stehen 0,3 Mio jährlich an Haushaltsmitteln zur Verfügung. Die Bahnparallele allein entspricht demzufolge einem Jahrhundert an Radverkehrsförderung.
7. Im Mittel verfügt ein Haushalt in Aschaffenburg über 1,3 Kfz. Dieser Wert liegt über dem durchschnittlichen Motorisierungsgrad der Haushalte in Deutschland. Pro 100 Einwohner sind dies 62 Autos, also ca. 42.000 Fahrzeuge, die in der Stadt Fläche verbrauchen.

Kreisverkehr Löherstraße: Fahrradforum vom 20.01.2017 empfiehlt Neugestaltung

Kreisverkehr Löherstraße: Fahrradforum empfiehlt Neugestaltung
Wir begrüßen die lang ersehnte Veränderung des jahrelangen inakzeptablen Zustandes mit Benutzungspflicht im Seitenbereich und fehlender Möglichkeit des Links-Abbiegens sehr. Die aktuelle Planung beinhaltet folgende Punkte:

1. Vor der Einfahrt Parkhaus Löherstraße wird der Schutzstreifen rot eingeschlämmt.

2. Die Busspur in der Löherstraße wird für den Radverkehr freigegeben. Kurz vor dem Kreisverkehr wird die Busspur aufgelöst und bevorrechtigt in die Einfahrt Kreisverkehr übergeleitet. Der Radverkehr Richtung Landing/Innenstadt wird auf der Fahrbahn geführt.

3. Nach rechts abbiegende Radfahrer erhalten einen baulich getrennten Radweg, welcher in der Wermbachstraße in einen Schutzstreifen mündet, der nach Überwinden der Steigung aufgelöst wird. Die Busspur in der Wermbachstraße soll in diesem Bereich entfallen. Auf der Nordseite der Wermbachstraße soll ein Schutzstreifen ab dieser Stelle in Richtung Kreisverkehr eingerichtet werden.

4. Es soll eine neue Querungshilfe in der Wermbachstraße am Kreisverkehr entstehen (nicht vom ADFC befürwortet).

Stellungnahme des ADFC zum Kreisverkehr Löherstraße
Grundsätzlich sollten die innerstädtischen Kreisverkehre ohne Radverkehrsanlagen ausgestaltet sein und die Radfahrer im Mischverkehr geführt werden. Aufgrund der Steigung kann der „Bypass“ als baulich getrennter Radweg aber bei richtiger Ausgestaltung hilfreich sein.

Hierzu wurden einige Punkte seitens des ADFC formuliert und im Fahrradforum angesprochen.
Es soll der auch aus dem Landing kommende Radfahrer auf den Bypass-Radweg auffahren können, um dann in der Steigung von dessen Schutzwirkung zu profitieren. Dies ist in der Planung gegeben, eine Absenkung auf Nullniveau statt der 1-2 cm wird noch geprüft.

Mittels geeigneter Maßnahmen (Piktogrammen und Beschilderung) soll eindeutig vermittelt werden, dass Radfahrer aus der Löherstraße kommend in Richtung Landing im Mischverkehr in den Kreisel einfahren dürfen und müssen. Die bevorrechtigte Überleitung von Rad- und Busverkehr in die Einfahrspur Kreisverkehr ist deutlicher zu gestalten. Dies wurde im Fahrradforum allgemein bejaht.

Der zusätzlichen Querungshilfe an der östlichen Zufahrt steht der ADFC sehr skeptisch gegenüber. Ohne die Sicherung als Fußgängerüberweg als „Notquerung“ ausgestaltet sehen wir sie eher als potenzielle Unfallgefahr denn als Sicherheitsgewinn. Mit 2,5m ist sie für Fahrräder mit Anhänger o.ä. auch zu schmal. Es wurde darauf verwiesen – anders als im Planungs- und Verkehrssenat dargestellt, da hieß es noch für „schwächere“ Radfahrer – dass diese Querung nicht für den Radverkehr vorgesehen ist. Kritisch bleibt die Querung, da Fußgänger dann in der Steigung auf dem Radweg stehen.

Fahrradforum 20.01.2017: Alexandrastrasse/Diskussion Neuordnung Innenstadtverkehr

Auf der Westseite der Alexandrastraße entfallen 15 Kfz-Stellplätze. Es wird beidseitig nach Empfehlung des ADFC ein Radfahrstreifen eingerichtet – soweit die Empfehlung des Fahrradforums. Dieser darf nicht von anderen Verkehrsteilnehmern befahren werden und ist deshalb die deutlich höherwertige Radverkehrsanlage.

Grundsätzlich hätte der ADFC einen Abschluss konzeptioneller Gedanken des Stadtrates zur künftigen Verkehrsgestaltung nach dem Ringschluss begrüßt. Hierzu wurde von Wilfried Kaib eine Diskussion über die verkehrliche Neuordnung der Innenstadt angestoßen. So würde beispielsweise die vom ADFC angeregte Einbahnstraßenführung des motorisierten Individualverkehrs im „Innenring“ rund um die Innenstadt ganz andere Möglichkeiten eröffnen. Tino Fleckenstein (ADFC) verwies darauf, dass die Grundlagen dazu jeder Fraktion und der Verwaltung seit Monaten bereits vorliegen, und es nun Zeit sei in die rechnerische Prüfung dieser konzeptionellen Vorschläge einzusteigen.

Ansonsten begrüßen wir die empfohlenen Vorschläge zur Alexandrastraße im Wesentlichen als deutliche Verbesserung für den Radverkehr.

Der Wegfall der Parkplätze an der Westseite kann aufgrund der aktuellen Sicherheitsgefährdungen nur begrüßt werden. Die Zunahme des Radverkehrs wird dem lokalen Einzelhandel deutlich mehr Kunden bringen als der verschwindend geringe Entfall von lediglich 15 Stellplätzen, die vor allem Parksuchverkehr produzieren anstatt die Autos sinnvoll ins Parkhaus zu leiten.

Nach einem Ortstermin, welcher von CSU-Stadtrat Manfred Christ initiert wurde, ist ein zusätzlicher Vorschlag unterbreitet worden, in dem auf der Westseite Alexandrastraßre drei PKW-Stellplätze unmittelbar vor dem Kreisverkehr erhalten werden sollten. Dies würde mit Hinweis auf die dadurch nötige Verschwenkungen vom ADFC und einer sehr deutlichen Mehrheit im Fahrradforum nach halbstündiger Diskussion abgelehnt.

Werner Reissfelder von FARAD-Initiative beantragte erfolgreich, dass bis zum nächsten Fahrradforum von der Stadtverwaltung ein Vorschlag für den Linksabbiegestreifen von der Alexandrastrasse in den Rossmarkt ausgearbeitet wird. Diese Stelle hat sich in der Vergangenheit schon als gefährlich und unfallträchtig erwiesen.

Radverkehrskonzept - Brentanoachse im Fahrradforum beraten

Im Fahrradforum wurde am 29.04.2016 die Radiale Schweinheim - Innenstadt "Brentanoachse" als Maßnahme des Radverkehrskonzeptes diskutiert. Zum Vorschlag der Verwaltung, der am 12.04.2016 auf einer Sitzung des Planungs- und Verkehrssenates mit vorheriger Befahrung der geplanten Route vorgestellt wurde, hatte der ADFC zur Sitzung des Fahrradforums eine umfangreiche Stellungnahme vorgelegt. Die Punkte daraus (bis auf Zufahrt Schweinheimer, welcher zur nächsten Sitzung vertagt wurde) wurden sachlich diskutiert und zum Teil übernommen oder zur sachlichen Prüfung gegeben. Davon die wichtigsten Punkte:
- Hockstr. als Fahrradstraße wird geprüft.
- Alternative Führung am Rosensee auf asphaltierter Strecke mit Überleitung zur Mattstraße wird geprüft.
- Kreuzungssituation Ringstraßenradweg anders gestalten
- Senkrechtparker Mattstraße: Öffentlichkeitsarbeit intensivieren
- Situation Brentanoplatz: andere Planung erforderlich, deutlicher Schulbringverkehr morgends und mittags.
- Brentanostraße ist aufgrund beidseitiger Beparkung die Situation weiter zu beobachten.

Stellungnahme ADFC zur Brentanoachse

Befahrung Brentanoachse durch Planungs- und Verkehrssenat und ADFC

Die im Radverkehrskonzept ausgewiesene Radiale Brentanoachse wurde am 12.04.2016 und der Planungsstand der Stadt vorgestellt. Aus unserer Sicht ergeben sich neben den im RVK genannten Punkten weitere Themen (Vorfahrtregelungen, Parksituation, Situation morgends vor der Maria-Ward-Schule).

Die Teilnehmer (vom ADFC waren Renate, Leo und Tino dabei)

 

 

Radverkehrskonzept in Aschaffenburg beschlossen - ca. 60 Radler am Rathaus

Nach ca. zwei Stunden Vorstellung und Diskussion wurde das Radverkehrskonzept für Aschaffenburg im Planungs- und Verkehrssenat beschlossen.

Wir hatten jetzt 320 Unterschriften am Infostand von FARAD und ADFC inklusive Nachzügler und waren am 21.04. mit ca. 60 Radlern und Interessierten vor dem Rathaus. Es ist uns zudem gelungen die Zuschauertribune im Sitzungssaal zu füllen, d.h. Stehplätze! Die Signale, die hierbei gesetzt wurden waren überdeutlich. Schön, dass auch so viele Kinder mitgekommen sind.

Vielen Dank an Alle, die in den letzten zwei Jahren diesen Weg begleitet haben und in der Schlussphase (Infostand letzten Samstag und zahlreiches Erscheinen am Rathaus) dazu beigetragen haben, dass nun die beschlossene Arbeitsgrundlage für die Verbesserung des Radverkehrs in Aschaffenburg vorliegt. D.h. es gibt die nächsten Jahre viel zu tun. Das Arbeitsprogramm wird auf zehn Jahre ausgelegt, die Empfehlung für den Haushalt liegt bei 18 € pro Einwohner/Jahr. Der Aspekt Familienfreundlichkeit wurde als integraler Bestandteil in das Konzept aufgenommen. Gibt es zwar den Vorbehalt der Genehmigung der einzelnen Maßnahmen wird hier doch ein Weg beschritten die Grundlage für die Änderung der Aschaffenburger Verkehrsverhältnisse hin zum Umweltverbund (Fahrrad, zu Fuß gehen, ÖPNV) zu setzen.

Aschaffenburg will Radeln! JETZT! Entscheidung Radverkehrskonzept am 21.04.2015 im Planungs- und Verkehrssenat

Aufruf zusätzlich unterstützt von:
- SPD AB-Stadtmitte
- Die Grünen Aschaffenburg
- ÖDP Aschaffenburg
- Verdi Ortsverein Aschaffenburg-Miltenberg
- Bund Naturschutz Kreisgruppe Aschaffenburg

 

 

© ADFC Aschaffenburg-Miltenberg 2017