Gottersdorf, Miltenberg und die Mildenburg

Ins Freilandmuseum und über die Odenwälder Höhe

Gottersdorf, Miltenberg und die Mildenburg
Miltenberg: Durchs Maintal und auf die Odenwaldhöhe führt unsere Radwanderung. Ziel ist das Freilandmuseum im Walldürner Ortsteil Gottersdorf, der auf der Odenwaldhöhe hinter Miltenberg liegt. Über den gut markierten Radwanderweg am Main und den Radweg entlang der Mud erreichen wir Amorbach. Am Ortseingang führt eine schmale Straße links bergauf nach Neudorf. Bevor es losgeht, ist eine kleine Pause empfehlenswert, denn jetzt radeln wir fünf Kilometer weit bergauf in den Amorbacher Höhenstadtteil Neudorf.

Oben wird die Anstrengung durch die weite Sicht über den Odenwald belohnt. Jetzt geht es am Ortseingang von Neudorf zunächst scharf nach rechts auf einem schmalen, zunächst asphaltierten, Sträßchen weiter, das uns an einer Gabelung schließlich auf Schotter direkt in den Wald führt (den Weg in Richtung Reichartshausen lassen wir links liegen). Im Wald biegen wir bald wieder nach rechts ab und folgen kurz darauf nach links der Wandermarkierung des Odenwaldclubs, die direkt nach Gottersdorf führt.

Hier steht das "Regionale Freilandmuseum Baden-Württembergs für Odenwald, Bauland, Unteres Tauber- und Unteres Neckartal". Die Gebäude geben Einblick in die frühere ländliche Lebens- und Arbeitswelt der Menschen im Odenwald. Das reicht vom bescheidenen Tagelöhnerhäuschen bis zum stattlichen Großbauernhof.

Zu besichtigen sind unter anderem eine dörfliche Postagentur und die Holzrauchdarren. Sie werden zur Herstellung der heimischen Spezialität Grünkern gebraucht. So etwas gibt es in keinem anderen Freilandmuseum. Für die Rückfahrt nehmen wir den Weg ab dem Gasthaus "Zur Scheune". Über Reichartshausen kommen wir nach Wenschdorf und Monbrunn. Am Ortseingang zweigen wir nach rechts ab über einen gut ausgebauten Weg, der uns auf die Höhe über Miltenberg bringt. In weiten Serpentinen geht es dann hinab in die Stadt.

Wer es geschickt anstellt, kommt direkt neben der Mildenburg an, die auf halber Höhe über Miltenberg thront. Vom Main aus gesehen, bietet sie ein imposantes Bild. Ein Besuch im romantischen Innenhof lohnt sich bei jedem Wetter. Der Hof ist im Sommer täglich, außer montags, geöffnet und für eine Rast so richtig geeignet. Er wurde liebevoll hergerichtet, und wer will, kann gegen ein geringes Entgelt sogar den mächtigen Bergfried besteigen und den Blick über das Maintal genießen.

Leider fehlt der Stadt Miltenberg das Geld, um die Burg selbst herzurichten. Deshalb ist sie für Besucher nicht zugänglich. Im Innern verfällt sie zusehends ? ein bejammernswertes Schicksal für ein Bauwerk, das im 12. Jahrhundert errichtet wurde, um die Macht der Erzbischöfe von Mainz im südwestlichen Mainviereck zu sichern. Unter den schattigen Bäumen im Innenhof der Mildenburg gerät man leicht ins Träumen. Es fällt schwer, sich von diesem gastlichen Ort zu trennen. Schließlich geht es aber doch über den Radweg entlang des Mains zurück.

 

Kartenmaterial: ADFC-Regionalkarte "Spessart/Main/Odenwald", Maßstab 1:75000, Bielefelder-Verlag, 6,80 €;
Besonderheiten: Das Ziel kann man von allen Richtungen, sowohl aus dem Kreis Main-Spessart als auch aus dem Kreis Aschaffenburg, über den Radweg am Main ansteuern. Wer die Strecke verkürzen will, fährt ein Stück mit der Bahn. Oder man sucht sich unterwegs ein Nachtquartier. Der Rundweg ab Miltenberg ist etwa 40 Kilometer lang.

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