Radfahren in Zeiten von Corona

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung verändern das öffentliche Leben sehr weitgehend. Das betrifft auch den Radverkehr. Einige wichtige Informationen haben wir hier zusammengestellt.

Radfahren Ja – Keine langen Touren

Nun bei besserem Wetter wollen viele Menschen auf das Rad steigen, trotz Corona-Krise. Der Fahrradclub ADFC freut sich über alle Neuaufsteiger, mahnt aber zu Rücksicht und zur Einhaltung der Regeln zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Ausgedehntes Rennradtraining und lange Radtouren seien nicht angezeigt, so eine Empfehlung des ADFC Bundesverbandes. Notwendige Fahrten zur Arbeit oder zum Einkaufen können mit dem Rad erledigt werden. Auch die kleine Hausrunde mit dem Rad ist möglich, wenn man sie allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts macht. Lange Radtouren sind nicht erwünscht. Und auch ausgedehnter Radsport sollte nicht mehr im Freien stattfinden.“

Beliebte Ausflugsziele meiden

Wer mit dem Rad eine Runde dreht, um frische Luft zu schnappen und in Bewegung zu bleiben, sollte beliebte Ausflugsziele und Strecken meiden. Dort wird es nach besonders schwierig, die vorgeschriebenen Abstände zwischen Personen einzuhalten.

E-Cycling und virtuelle Touren als Option

Mehrtägige Radreisen müssen auf die Zeit nach Corona verschoben werden, weil Unterkünfte nicht mehr zu touristischen Zwecken genutzt werden dürfen. Das gilt auch für Campingplätze. Überregionale Touren sind ausdrücklich verboten, wenn sie in Gebiete führen, die für den Tourismus gesperrt sind. Dazu gehören Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und weitere Regionen in Deutschland. Für Sportlerinnen und Sportler kann E-Cycling eine Lösung sein, bei dem man auf dem Rollentrainer zu Hause vor dem Bildschirm schwitzt. Einige touristische Regionen bieten virtuelle Exkursionen an, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Rücksichtsvoll und mit Abstand fahren

Der ADFC appelliert an alle Radfahrenden, rücksichtsvoll und mit den vorgeschriebenen Abständen unterwegs zu sein. Mehr Menschen als sonst werden in diesen Tagen für ihre unvermeidlichen Wege das Fahrrad nutzen, wie es auch die Bundesregierung empfiehlt. Deshalb ist im Straßenverkehr besondere Umsicht erforderlich.

Hilfe für Betagte und Bewegungseingeschränkte

Umsicht erfordert auch das nachbarschaftliche Miteinander: Wir freuen uns, wenn ADFC-Mitglieder und -Aktive die freiwerdende Zeit nutzen, um betagte und bewegungseingeschränkte Menschen zum Beispiel beim Einkaufen zu unterstützen. In den sozialen Medien wird hierfür u.a. der Hashtag #NachbarschaftsChallenge verwendet.

Fahren Sie Rad – gerade jetzt!

Zur Zeit herrscht auf den Straßen bessere Luft und weniger Gedränge: Das durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gesunkene Verkehrsaufkommen ist für Viele ein zusätzlicher Anreiz, mit dem Rad in der Stadt unterwegs zu sein. Nutzen Sie es! Der ADFC schätzt, dass bis zu einem Drittel der Menschen, die während der Corona-Krise notgedrungen auf das Rad umsteigen, auch danach dem Rad treu bleiben könnten.

Stärkung der Abwehrkräfte

Gesundheitliche Vorteile, die grundsätzlich mit dem Radfahren verbunden sind – darunter die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, des Immunsystems und der Lungenfunktion – gelten auch während der Corona-Pandemie. Auf dem Rad besteht außerdem eine geringere Infektionsgefahr als im ÖPNV.

Bikesharing ist möglich

Es ist auch weiterhin möglich, stationsgebundene Mietfahrräder (DB Call A Bike am Bahnhof) zu entleihen und zu benutzen. Eine Desinfektion von Lenkergriffen, Brems- und Schalthebel sowie Display/Schloss vor und nach Benutzung ist zu empfehlen.

© ADFC Aschaffenburg-Miltenberg 2020