Maskenpflicht in der Aschaffenburger Innenstadt

Da sich die Maskenpflicht auf festgelegte Straßenräume wie die Herstallstraße bezieht à gilt das formal auch für Radfahrende dort. Hierzu gibt es erstmal nur zwei Wege, wenn jemand nicht mit Maske fahren kann oder nicht möchte.

  1. Absteigen und mit Maske schieben.

  2. Für diesen Zeitraum eben woanders lang fahren.

Gerade in Bezug auf die Möglichkeiten woanders lang zu fahren werden wir mit der Stadt die Diskussion suchen, inwieweit für die Zeit eine Umverteilung von Verkehrsflächen möglich ist. Insbesondere die Maskenpflicht im Abschnitt der Weißenburger Straße zwischen Goldbacher Straße und Frohsinnstraße erscheint hier fragwürdig, da der Radverkehr auf der Fahrbahn weitab der Fußgänger unterwegs ist.

Maskenpflicht in Aschaffenburg:
Die in § 25 a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 der 7. BayIfSMV in der jeweils geltenden Fassung festgelegte Maskenpflicht gilt auf dem Stadtgebiet der Stadt Aschaffenburg auf folgenden öffentlichen Plätzen

  • Hauptbahnhof,

  • Bahnhof Nord incl. Stadtteilverbindung

  • Regionaler Omnibusbahnhof (ROB)

  • Südbahnhof  

und Straßen:

  • Frohsinnstraße

  • Fußgängerunterführung an der City Galerie (Goldbacher Straße, Schöntal, Heinsestraße)

  • Herstallstraße

  • Ludwigstraße

  • Roßmarkt

  • Sandgasse

  • Steingasse

  • Treibgasse zwischen Herstallstraße und Luitpoldstraße

  • Verbindungsweg zwischen Herstallstraße und City Galerie

  • Weißenburger Straße zwischen Goldbacher Straße und Frohsinnstraße

außer an Sonn- und Feiertagen.

Pressemitteilung des ADFC-Bundesverbandes

In einigen Städten und Regionen mit hoher Corona-Inzidenz werden behördliche Maskenpflichten jetzt auch auf Radfahrende angewendet. Der Fahrradclub ADFC weist darauf hin, dass das Radfahren mit Alltagsmaske ausgesprochen beschwerlich ist – und bittet Politik und Behörden, stattdessen Maßnahmen voranzutreiben, die das Radfahren während der Pandemie erleichtern.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Das Bundesarbeitsministerium forderte letzte Woche die Bevölkerung via Twitter dazu auf, während der zweiten Corona-Welle möglichst mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Und auch für Schülerinnen und Schüler ist das Fahrrad in Zeiten der Pandemie das wichtigste Verkehrsmittel. Wir wünschen uns daher von der Politik, dass sie das Radfahren als Mittel der Corona-Bewältigung kräftig fördert – und nicht durch eine zu enge Auslegung der Maskenpflichten einschränkt.“

Mehr Platz fürs Rad

Der ADFC fordert seit zwei Jahren mit einer bundesweiten Kampagne, dem Radverkehr mehr Platz auf der Straße einzuräumen. Die Forderung verstärkt der Fahrradclub noch einmal im Hinblick auf die Pandemie. Stork: „Unterdimensionierte Radwege gibt es überall, das hat kürzlich sogar der Automobilclub ADAC festgestellt. Jetzt sollen wegen der Pandemie noch mehr Menschen auf das Rad umsteigen – aber wie soll das gehen, wenn es keine anständigen, breiten Radwege gibt?“

Popup-Radweg, Protected Bikelane, Fahrradstraße – Hauptsache schnell

Wie Städte und Gemeinden das Problem des fehlenden Platzes für den Radverkehr lösen, muss individuell entschieden werden, so der ADFC. Eine Möglichkeit ist die Errichtung sogenannter Popup-Radwege, wie sie in Metropolen weltweit und auch in Berlin und Hamburg erprobt werden. Aber auch mit anderen Infrastrukturmaßnahmen können Kommunen unkompliziert mehr Platz für den Radverkehr schaffen. Stork: „Hauptsache schnell. Wer pandemiefesten Radverkehr will, muss jetzt sofort handeln, nicht in den üblichen Zeithorizonten von zehn, fünfzehn Jahren.“

Hinweis für Redaktionen: Der ADFC hat einen Handlungsleitfaden für Kommunen mit schnell umsetzbaren Infrastrukturmaßnahmen bereitgestellt. In unserem Pressebereich finden Sie Themenfotos sowie unsere älteren Pressemitteilungen. Die oben erwähnte Twitter-Meldung des Bundesarbeitsministeriums finden Sie hier.

Radfahren in Zeiten von Corona

Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung verändern das öffentliche Leben sehr weitgehend. Das betrifft auch den Radverkehr. Einige wichtige Informationen haben wir hier zusammengestellt.

Radfahren Ja – Keine langen Touren

Nun bei besserem Wetter wollen viele Menschen auf das Rad steigen, trotz Corona-Krise. Der Fahrradclub ADFC freut sich über alle Neuaufsteiger, mahnt aber zu Rücksicht und zur Einhaltung der Regeln zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Ausgedehntes Rennradtraining und lange Radtouren seien nicht angezeigt, so eine Empfehlung des ADFC Bundesverbandes. Notwendige Fahrten zur Arbeit oder zum Einkaufen können mit dem Rad erledigt werden. Auch die kleine Hausrunde mit dem Rad ist möglich, wenn man sie allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts macht. Lange Radtouren sind nicht erwünscht. Und auch ausgedehnter Radsport sollte nicht mehr im Freien stattfinden.“

Beliebte Ausflugsziele meiden

Wer mit dem Rad eine Runde dreht, um frische Luft zu schnappen und in Bewegung zu bleiben, sollte beliebte Ausflugsziele und Strecken meiden. Dort wird es nach besonders schwierig, die vorgeschriebenen Abstände zwischen Personen einzuhalten.

E-Cycling und virtuelle Touren als Option

Mehrtägige Radreisen müssen auf die Zeit nach Corona verschoben werden, weil Unterkünfte nicht mehr zu touristischen Zwecken genutzt werden dürfen. Das gilt auch für Campingplätze. Überregionale Touren sind ausdrücklich verboten, wenn sie in Gebiete führen, die für den Tourismus gesperrt sind. Dazu gehören Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und weitere Regionen in Deutschland. Für Sportlerinnen und Sportler kann E-Cycling eine Lösung sein, bei dem man auf dem Rollentrainer zu Hause vor dem Bildschirm schwitzt. Einige touristische Regionen bieten virtuelle Exkursionen an, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Rücksichtsvoll und mit Abstand fahren

Der ADFC appelliert an alle Radfahrenden, rücksichtsvoll und mit den vorgeschriebenen Abständen unterwegs zu sein. Mehr Menschen als sonst werden in diesen Tagen für ihre unvermeidlichen Wege das Fahrrad nutzen, wie es auch die Bundesregierung empfiehlt. Deshalb ist im Straßenverkehr besondere Umsicht erforderlich.

Hilfe für Betagte und Bewegungseingeschränkte

Umsicht erfordert auch das nachbarschaftliche Miteinander: Wir freuen uns, wenn ADFC-Mitglieder und -Aktive die freiwerdende Zeit nutzen, um betagte und bewegungseingeschränkte Menschen zum Beispiel beim Einkaufen zu unterstützen. In den sozialen Medien wird hierfür u.a. der Hashtag #NachbarschaftsChallenge verwendet.

Fahren Sie Rad – gerade jetzt!

Zur Zeit herrscht auf den Straßen bessere Luft und weniger Gedränge: Das durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gesunkene Verkehrsaufkommen ist für Viele ein zusätzlicher Anreiz, mit dem Rad in der Stadt unterwegs zu sein. Nutzen Sie es! Der ADFC schätzt, dass bis zu einem Drittel der Menschen, die während der Corona-Krise notgedrungen auf das Rad umsteigen, auch danach dem Rad treu bleiben könnten.

Stärkung der Abwehrkräfte

Gesundheitliche Vorteile, die grundsätzlich mit dem Radfahren verbunden sind – darunter die Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems, des Immunsystems und der Lungenfunktion – gelten auch während der Corona-Pandemie. Auf dem Rad besteht außerdem eine geringere Infektionsgefahr als im ÖPNV.

Bikesharing ist möglich

Es ist auch weiterhin möglich, stationsgebundene Mietfahrräder (DB Call A Bike am Bahnhof) zu entleihen und zu benutzen. Eine Desinfektion von Lenkergriffen, Brems- und Schalthebel sowie Display/Schloss vor und nach Benutzung ist zu empfehlen.

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