Kidical Mass 15.05.2022 um 15 Uhr Theaterplatz Aschaffenburg

Am Sonntag, den 15.05.2022 wird in Aschaffenburg zum zweiten Mal nach 2020 eine Kidical Mass, eine Kinderfahrraddemo, stattfinden. Veranstaltet wird diese vom ADFC Aschaffenburg-Miltenberg e.V. unterstützt vom Verkehrsclub Deutschland – Aschaffenburg-Miltenberg, Gesta e.V., AB mit Lara, Bund Naturschutz, den Verkehrsinitiativen Hösbach und Kleinostheim und der BI gegen den Ausbau der Staatsstr. 2305.

Treffpunkt ist um 15 Uhr auf dem Theaterplatz in Aschaffenburg.

Kinder und Familien aus Aschaffenburg und dem Umland steigen aufs Rad (bzw. in den Anhänger oder ins Lastenrad) und demonstrieren für mehr Platz für die nächste Generation! Bundesweit machen an dem Wochenende zahlreiche Städte mit, und setzen ein Zeichen für eine familienfreundliche Radinfrastruktur.

Die Fahrradklimatests 2018 und 2020 des ADFC haben es auch für Aschaffenburg gezeigt: von einer für Kinder tauglichen Radinfrastruktur sind wir in Teilen noch sehr weit entfernt. In der im Jahr 2018 vorgenommenen Befragung zur Familienfreundlichkeit zeigt sich ein deutliches Verbesserungspotenzial. Hier geht es um Themen wie Schulwegsicherheit, Befahrbarkeit von Radwegen mit Kindertransportern oder die Frage, ob Kinder allein im Verkehr mit dem Rad fahren können.

Zu Beginn gibt es eine kurze Ansprache und Kinderstatements. Dann folgt eine Runde durch die Stadt! Kinder können auf eigenen Räder mitfahren, das Tempo ist langsam genug. Aber auch Anhänger und Lastenräder sind natürlich gern gesehen. Teilnehmen können alle, die ein verkehrssicheres Fahrrad sicher bewegen können. Kinder unter 8 Jahren können nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten teilnehmen. Die Kidical Mass ist eine angemeldete Demonstration, bei der mit Polizeibegleitung langsam als Verband auf der Fahrbahn gefahren wird.

Parallel werden in ca. 200 Städten am Wochenende 14./15. Mai Kinderfahrraddemos durchgeführt. Bundeseinheitlich werden folgende Ziele verfolgt:

  1. Alle Kinder und Jugendlichen können sich sicher und selbständig mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen.

  1. Wir wollen für Alle Menschen Angstfreies Radfahren

  1. Ein sicheres Schulradwege-Netz

  2. Tempo 30 für sicheren Straßenverkehr innerorts

 

 

Fahrtroute

Folgende Fahrtroute wurde festgelegt:

Theaterplatz - Dalbergstraße - Wermbachstr. - Innenstadtring bis City-Galerie - KV Elisenstraße - Frohsinnstraße - Ludwigstraße - Kolpingstraße - Friedrichstraße - Platanenallee - Lindenallee - Großmutterwiese.

Kidical Mass 2022 Forderungen

Alle Kinder und Jugendlichen sollen sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad und zu Fuß bewegen können. Doch das aktuelle Straßenverkehrsrecht verhindert das, denn es bevorzugt allein das Auto. Das muss dringend geändert werden! Wir brauchen ein Straßenverkehrsrecht, bei dem die ungeschützten Verkehrsteilnehmer*innen Vorfahrt haben - insbesondere die Kinder. Davon profitieren wir alle und nur so gelingt die Verkehrswende.

Straßen verbinden! Wie es mal war und wie es - so ähnlich, nur ohne Pferde ;-) - wieder sein soll (Minuten 4 - 9): Radiogeschichte - Gebt uns die Städte zurück

Motto / Claim

Uns gehört die Straße

...zum Radfahren

...zum zu Fuß gehen

...zum Spielen

...zum Freund*innen und Nachbar*innen treffen

...zum Radschlagen

...und und und

  • viele Möglichkeiten für persönliche Botschaften von Kidical Mass Gesichtern/Testimonials

Forderungen Bund

Kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht

Aktuell können Städte und Gemeinden nicht einfach Tempo 30 einführen oder breite, baulich getrennte Radwege einrichten. Dazu müssen sie aufwendige Begründungen finden oder es ist schlicht nach dem geltenden Straßenverkehrsrecht nicht erlaubt.

Deshalb braucht es eine Reform des Straßenverkehrsrechts.

Das neue Straßenverkehrsgesetz muss erstens die Schutzbedürftigkeit von Kindern in den Mittelpunkt stellen und Vision Zero – null Verkehrstote – zum Ziel haben. Zweitens muss es die selbständige Mobilität der Kinder ermöglichen.

Städte und Gemeinden müssen die Freiheit erhalten, kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen umzusetzen, sondern im gesamten Stadtgebiet. Das umfasst z.B.:

  • geschützte oder baulich getrennte, breite Radwege an Hauptverkehrsstraßen sowie geschützte Kreuzungen (nach niederländischem Vorbild)

  • Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen innerorts

  • Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr (temporäre Kfz-Durchfahrtverbote)

  • Fahrradstraßen und Fahrrad-Zonen als flächendeckendes Netz und Grundlage für ein sicheres Schulwegenetz

  • Straßen ohne Durchgangsverkehr in Wohngebieten (Bsp. Kiezblocks Berlin, Superblocks Barcelona)

In kinderfreundlichen, grünen Städten und Gemeinden, gibt es viele und vielfältige Freiräume zum Spielen und für ein soziales Miteinander zwischen allen Generationen. Die Bundesregierung kann dafür die Grundlagen schaffen.

Mehr und stetige Investitionen

Neben der Reform des Straßenverkehrsrechts braucht es dringend mehr und stetige Investitionen sowie Personal für den Ausbau von sicheren, kinderfreundlichen Rad- und Fußwegen. Außerdem muss es konkrete Zielvorgaben für den Vorrang von Rad- und Fußverkehr geben, die die Kommunen umsetzen müssen.

Wir fordern Bundesverkehrsminister Wissing dazu auf, noch in diesem Jahr die Reform des Straßenverkehrsrechts auf den Weg zu bringen. Parallel zur Überarbeitung des Straßenverkehrsgesetzes soll er frühzeitig das Gespräch mit den Ländern suchen, um 2023 die Umsetzung der neuen Gesetzesziele sicherzustellen.

Forderung Länder

Kinderfreundliche Landesmobilitätsgesetze

Aber nicht nur der Bund steht in der Pflicht. Wir fordern die Verkehrsminister*innen der Länder dazu auf, in ihrem jeweiligen Bundesland kinderfreundliche Mobilitätsgesetze auf den Weg zu bringen und sicherzustellen, dass Maßnahmen für eine sichere, kinder- und fahrradfreundliche Mobilität vorrangig behandelt werden.

Beispiele für Maßnahmen in den Ländern für kinder- und fahrradfreundliche Mobilität:

  • der Ausbau von Schulradwegenetzen

  • die Förderung der Einrichtung von „Schulstraßen“

  • die Erleichterung weiterer Verkehrssicherheitsmaßnahmen und

  • die Unterstützung von Kommunen, die bei kinder- und fahrradfreundlicher Mobilität bereits mutig voranschreiten.

Für eine bundesweite Zusammenarbeit muss die Verkehrsministerkonferenz das Thema kinderfreundliche Mobilität auf ihrer Herbsttagung auf die Agenda setzen.

Forderung Städte und Gemeinden

Bestehenden Handlungsspielraum ausschöpfen 

Kinder- und fahrradfreundliche Mobilität beginnt vor Ort. Die derzeitige Rechtslage bietet viel mehr. Es gibt noch viel Luft nach oben. Städte und Gemeinden müssen ihren Handlungsspielraum voll ausschöpfen, indem sie Maßnahmen umsetzen wie: 

  • Umwidmung von Kfz- zu geschützten Radfahrstreifen an mehrspurigen Straßen 

  • Anordnung temporärer Durchfahrtverbote für Autos vor Schulen und Kitas („Schulstraßen“) 

  • Einrichtung Temporärer Spielstraßen und Schaffung von Begegnungszonen 

  • Schaffung kindersicherer Kreuzungen und Querungen 

  • Schaffung „echter“ Fahrradstraßen und –Zonen ohne Autoverkehr 

  • Abschaffung Il-/legalen Gehwegparkens und Nutzung der gewonnen Flächen für Fuß- und Radverkehr, für Spiel- und Begegnungszonen und Begrünung

Unterstützung gesucht!

Für die Vorbereitung, Bewerbung und Durchführung der Kidical Mass brauchen wir bereits im Vorfeld Mitstreiter*innen. Es gibt Flugis zum Verteilen/Anbringen auf Gepäckträgern, Postkarten und Aufkleber.

Auf der Demo selbst benötigen wir eine Reihe von Ordner*innen. Der Job ist einfach, entweder dafür sorgen, dass der zug nicht abreist, oder von der Polizei gesperrte Positionen übernehmen und dort stehen bleiben bis die Raddemo durch ist.

Vielleicht auch jemand der sich um den Sound kümmert? Haben zwar ein Megaphon, aber etwas Musik unterwegs wäre nicht schlecht.

Bitte melden bei tino.fleckenstein(..at..)adfc-aschaffenburg.de

 

Kinderstatements

Bei der Kidical Mass gibt es eine kleine Auftaktkundgebung am Theaterplatz. Dort besteht Gelegenheit für die jüngeren Teilnehmer*innen sich zu Wort zu melden und ihre Ansprüche an eine kindgerechte Verkehrsplanung zu formulieren.

Wer einen Wortbeitrag machen möchte möglichst kurz bei uns melden unter tino.fleckenstein@adfc-aschaffenburg.de

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Aktionszeitraum

01.05.2022 - 31.08.2022