Radwerk - Museum zu den Bauer-Fahrradwerken in Kleinauheim

Bauer-Fahrradwerke – Museum seit 2019 in Kleinauheim

2019 wurde in der Gutenbergstraße ein Museum mit Café eingerichtet, in dem die Geschichte der Bauer-Fahrradwerke dargestellt wird, welche bis 1968 existierten.

Geöffnet ist jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr
Das Café ist am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet (andere Tage siehe Kuchenstil.de)

Link zum Museum: https://www.hanau.de/sehenswert/museen/RadWerk/index.html

Fahrtroute entlang Mainradweg ab Aschaffenburg

Dem Mainradweg von Aschaffenburg bis Kleinauheim folgen. Ungefähr sechshundert Meter nach der Limesbrücke Richtung Gutenbergstraße abbiegen. Es ist am Mainufer auch ein Hinweisschild angebracht.

Alternative Fahrtroute ab Mainflingen entlang der direkten Achse Mainflingen – Kleinauheim

Der Vorteil dieser Strecke liegt in einer hohen Direktheit und der Umgehung des stark frequentierten Mainradweges. Nach der Mainbrücke nach links abbiegen und an der Kirche vorbei der Seligenstädter Straße und dann dem Stadtweg folgen. Die Wegweisung führt dann bis kurz vor Seligenstadt. An der Kleinwelzheimer Straße links Richtung Seligenstadt abbiegen. Der Würzburger Straße folgen und nach rechts in die Einhardstraße abbiegen. Nach halbrechts in den Steinweg einbiegen und am Bahndamm nach rechts abbiegen. Im Prinzip immer entlang der Bahn bleiben. In der Höhe Liebfrauenheide wird die Seite der Bahn gewechselt. Der Bahnlinie bis ca. Ortseingang Kleinauheim folgen, erneut über den Bahnübergang und gleich danach in die Dieselstraße fahren. Zuletzt in die Gutenbergstraße einbiegen.

Beschreibung Bauer-Werke aus Wikipedia

Das Unternehmen wurde 1911 in Frankfurt-Fechenheim als Metallwarenhersteller gegründet. Mit dem Umzug im Jahr 1914 nach Klein-Auheim erfolgte die entwicklungs- und produktionstechnische Ausrichtung des Warensortiments auf Fahrräder und die dazugehörigen Zubehörteile, insbesondere auf Fahrraddynamos und Lampen, sowie ab 1936 auf Motorräder mit Sachs- und ab 1948 mit Ilo-Motoren. 1936 kam die Bauer B 100 auf den Markt, ein kleines Motorrad mit 98-cm³-Sachs-Motor, 2,25 PS, Zweiganggetriebe und Kickstarter.Während des Zweiten Weltkrieges war Bauer wie viele andere Unternehmen Rüstungsbetrieb und stellte Hüllen für Handgranaten und Panzerfäuste her. Unmittelbar nach dem Krieg begann die Produktion von Kochtöpfen und anderen Haushaltswaren wie auch wieder von Fahrrädern, die bei der in Hanau stationierten US-Army Interesse fanden und in größerer Stückzahl in die USA exportiert wurden. Schon 1947 wurden täglich fast 1000 Fahrräder produziert.1949 wagte sich Bauer auf das „Gebiet der Motorraderzeugung“.

Im Jahr 1968 meldeten die Bauer-Fahrradwerke Insolvenz an und wurden von Rowenta aufgekauft, die etwa ein Drittel der Belegschaft übernahm und bis 1993 in den Betriebsstätten Metallwaren herstellte.

ADFC besucht RadWerk Kleinauheim

Am 27.09.2020 fuhr trotz recht kühlen Wetters eine elfköpfige Radgruppe des ADFC Aschaffenburg-Miltenberg e.V. mit dem Tourenleiter Tino Fleckenstein zum 2019 eröffneten RadWerk in Kleinauheim. Zunächst ging es in die Brüder-Bauer-Straße um dort am ehemaligen Fabrikgebäude der Firma Bauer einen Stopp einzulegen. Nach Begrüßung im RadWerk ging es erst mal ins Café „Kuchenstil“. Dieses wurde ebenso wie das Museum und die weiteren Anlagen 2019 eingerichtet. Dies ließ sich an dem modernen Interieur des Café´s unschwer erkennen. Bei den Gerichten fiel auf, dass die Beilagen alle frisch zubereitet waren. Auch die Sahnetörtchen waren „erste Sahne“.

Anschließend führte uns Jörg Schulisch aus Heigenbrücken durch die Ausstellung. Zu einem grundlegenden geschichtlichen Abriss über Kleinauheim, welches im letzten Jahrhundert ein Produktionsstandort mit über 1000 Einpendlern war. 1914 wurden dort die Bauerwerke hinverlagert, die vorher in Fechenheim ansässig waren. Bekannt waren Bauerräder für eine hohe Qualität, welches sich an der Teilnahme von Rennveranstaltungen bis hin zu Weltmeisterschaften äußerte. Zudem wurden spezielle Räder für Bahnrennen oder Radball gezeigt.

Ein Highlights waren u.a. ein noch nicht zusammengebautes, noch in der Originalverpackung befindliches Rad zu sehen, welches im Kalten Krieg für die Senatsreserve der Stadt Berlin vorgesehen war. Im Falle einer erneuten Blockade und einen damit erfolgenden Ausfall der Treibstoffversorgung hätten diese 5000 Fahrräder die Mobilität in der Stadt aufrechterhalten.

Die Bauer-Werke fertigten darüber hinaus leichte Motorräder und versuchten sich an der Konstruktion eines eigenen Motorrad-Motors.

1968 endete dort die Produktion und der Betrieb wurde von Rowenta übernommen.

Die Tourenteilnehmer bedankten sich bei Jörg Schulisch für die interessante einstündige Darstellung der Historie und der gezeigten Fahrradtypen. Wir haben schon angekündigt, dort öfter mal vorbeizufahren.

 

 

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