Pressemitteilung Schulanfang 2026 - Schulstraßen

 

ADFC Aschaffenburg zum Schulanfang: Rauf auf’s Rad!

Zum Schulstart rät der ADFC Aschaffenburg-Miltenberg e.V. vermehrt das Fahrrad als Verkehrsmittel zu nutzen. Mit dem neuen Schuljahr stellt sich für viele Familien erneut die Frage, wie der Weg zur Schule sicher gelingt. Der ADFC gibt praktische Tipps für das gemeinsame Einüben des Schulwegs – und fordert gleichzeitig Schulstraßen, Tempo 30 und sichere Schulwegpläne..

„Nicht immer ist die direkte Route die beste Wahl“, erklärt Tino Fleckenstein, Vorsitzender des ADFC Aschaffenburg-Miltenberg e.V.. Vielfach seien Wege durch Wohngebiete und Tempo-30-Zonen gut geeignet. Im Fall von Aschaffenburg wäre beispielsweise die Fahrradstraße Lamprechtstraße eine gute Alternative um sicher zum Schulzentrum zu kommen und den Bereich Löherstraße/Wermbachstraße zu umgehen. Eine sichere, wenn auch aktuell zeitintensive Verbindung durch die Stadt ist der Radweg oberhalb der Ringstraße.

Gemeinsam den Schulweg üben

Damit Kinder diesen ersten selbstständigen Weg im Straßenverkehr sicher meistern, empfiehlt sich den Schulweg gezielt gemeinsam einzuüben. Auch für ältere Kinder ist der Schulstart dafür ein guter Anlass:

  1. Route gemeinsam festlegen: Nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg zählt – mit Blick auf Ampeln, Verkehrsaufkommen, übersichtliche Kreuzungen und Tempo-30-Abschnitte.

  2. Mehrfach unter realen Bedingungen üben: Hin- und Rückweg zu den tatsächlichen Schulwegzeiten abfahren, nicht am ruhigen Sonntag. Dabei neben dem Kind fahren, Gefahrenstellen erklären und geduldig bleiben.

  3. Gefahrenstellen erkennen: Ein- und Ausfahrten, an denen Kinder leicht übersehen werden, sowie unübersichtliche Kreuzungen gemeinsam beobachten, etwa ob parkende Autos oder Stromkästen die Sicht versperren. Eltern sollten die Situation aus dem Blickwinkel ihrer Kinder betrachten.

  4. Verantwortung schrittweise übergeben: Wenn es gut läuft, das Kind vorausfahren lassen und selbst nur noch eingreifen, wenn nötig.

  5. Den richtigen Zeitpunkt gemeinsam bestimmen: Erst wenn Kind und Eltern das sichere Gefühl haben, ist der Schulweg allein zu bewältigen – ohne Druck.

Rechtlich gilt: Kinder unter acht Jahren müssen auf dem Gehweg fahren, zwischen acht und neun Jahren dürfen sie es, ab zehn Jahren gelten die regulären Regeln für Radfahrende.

Schulstraßen als wesentliche Forderung des ADFC

Ein wesentliches Element, die Dinge vor den Schulen anders zu gestalten, wären Schulstraßen. Dabei werden Straßen im unmittelbaren Umfeld einer Schule zumindest zu Unterrichtsbeginn für den Kfz-Verkehr gesperrt. Ansätze in dieser Richtung gibt es in unserer Region in Mainaschaff oder Seligenstadt. So sinkt der Verkehrsdruck direkt vor der Schule, Kinder gewinnen Platz, um sicher zu Fuß oder mit dem Rad anzukommen, und gefährliche Situationen durch sogenannte Elterntaxis werden reduziert. Vorsitzender Tino Fleckenstein bewertet dies als Möglichkeit auch für Aschaffenburg. Daneben wären Radschulwegpläne wichtig.

Erstmals Fahrrad-Klima-Test für die Altersgruppe 10-20 Jahre

Beim aktuell laufenden ADFC-Fahrradklima-Test 2026 bewerten Radfahrerinnen und Radfahrer die Fahrradfreundlichkeit ihres Ortes, diesmal mit Zusatzfragen zur Mobilität von Kindern und Jugendlichen. Neu ist diesmal der gesonderte Fahrradklima-Test für die Altersgruppe von 10 bis 20 Jahren, in dem Kinder und Jugendliche ihre Erfahrungen einfließen lassen können. Bis 30.11. steht der Fahrradklima-Test 2026 unter fkt.adfc.de bereit. „Kinder und Jugendliche erleben den Straßenverkehr anders als Erwachsene. Ihre Antworten können sehr konkret zeigen, ob junge Menschen gerne Rad fahren und was sich ändern muss, damit sie sicher und selbstständig unterwegs sein können“, sagt Christine Kunkel, Beauftragte für Kinder- und Jugendmobilität im ADFC-Kreisverband. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2027 vorgestellt.

 

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