Kleinostheim: Fahrradboxen zugunsten von Parkplätzen durch Verwaltung abgelehnt.

Kleinwallstadt macht es hingegen vor und hat solche errichtet.

Am 16.07.2018 wurden verschiedene Punkte zur Parksituation rund um den Bahnhof Kleinostheim beraten. Herausstechend war dabei die Ablehnung der Verwaltung betreffend des Punktes „Fahrradboxen“ mit Hinweis, dass hierfür PKW-Stellplätze entfallen müssten.

Im gerade beschlossenen Nahverkehrsplan der Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg ist bezüglich Radabstellanlagen und Multimodalität folgendes festgehalten:

„Radverkehrsförderung ist eine Angebotsplanung. Das Aufstellen hochwertiger B+R-Anlagen vermag Verkehrsverlagerungen zu initiieren, sowohl in Bezug auf die Gesamtfahrt (ÖV+Rad statt Pkw) als auch für den Vor- und Nachlauf (mit Rad statt Pkw zum Bf.). Neben den dargestellten Maßnahmen im ÖPNV, können ergänzende Verbesserungen im Bereich Radverkehr dazu beitragen, die Ziele des Integrierten Energie- und Klimakonzepts für die Region Bayerischer Untermain zu erreichen. Da entsprechende Maßnahmen mit Kosten verbunden sind, sollte in einem ersten Schritt das Potential analysiert werden.(...) Was das ergänzende Aufstellen von Fahrradboxen anbelangt, kann als Faust-formel ab einem festgestellten B+R-Potential von etwa 100 Nutzern davon ausgegangen werden, dass etwa 5% des B+R-Bedarfs als Radboxen realisiert werden sollte. “.

Allein dieser erste Schritt der Potentialanalyse ist für Kleinostheim noch nicht einmal erfolgt. Nachdem z.B. Fahrradboxen an den Bahnhöfen z. B. im Landkreis Darmstadt-Dieburg in der Regel vorhanden sind, werden am Bayerischen Untermain aktuell in Kleinwallstadt und Kleinheubach Fahrradboxen zusätzlich zu den bestehenden Abstellanlagen geplant und im Falle Kleinwallstadts schon errichtet. In Kleinostheim sind die Verwaltung und die Mehrheit im zuständigen Gremium offenbar nicht bereit neue Wege zu gehen und stellen sich an dieser Stelle den Ansätzen der Landkreise sogar entgegen. Erkennbar ist eine ungute Festlegung auf den Autoverkehr, welche jeglichen übergeordneten Klimazielen widerspricht. Es ist auch nicht verstanden worden, dass bei einer Verkehrsverlagerung auf das Rad Stellplätze für PKW frei werden, sich die bestehende Problematik also eher entspannt. Im Ablauf gehen zudem Fördergelder an die Kommunen, welche sich dem Thema Radverkehr eher annehmen.

Das fußläufige Einzugsgebiet eines Bahnhofes umfasst ca. 2 km² und beschränkt sich auf einen Umkreis 0,8 km. Mit dem Rad erweitert sich der Einzugsbereich auf 32 km² bzw. 3,2 km Radius rund um den Bahnhof (Schriftenreihe HSVV). Dies würde nicht nur den Ortsbereich weitgehend abdecken, sondern auch größere Teile von Mainaschaff.

Noch gar nicht betrachtet wurde die mögliche stabilisierende Wirkung für den Bahnhof Rückersbacher Schlucht, welcher zur Disposition steht. Das Indstriegebiet mit Heraeus etc. zu welchem noch Erweiterungen anstehen, befindet sich in einer radtypischen Entfernung von ca. 1 km zu diesem Bahnhof. Ein entsprechend vorgehaltenes und beworbenes B+R-Angebot könnte die Nutzerzahlen insgesamt steigern, welches in der aktuellen Diskussion sicher hilfreich wäre.

Kleinostheim Goethestraße: Stellungnahme wegen Benutzungspflicht liegt vor

Nun liegt sie vor: Die Stellungnahme des ADFC zur Streichung der Benutzungspflicht in der Goethestraße in Kleinostheim. Fazit ist, dass die Anordnung der Benutzungspflicht nicht den Anforderungen des § 45 Absatz 9 der StVO und nachfolgend den Regelungen der VwV-STVO und der ERA 2010 genügt. In welchen Punkten dies relevant ist haben wir in der beiliegenden Stellungnahme näher dargestellt.

Wesentliche Punkte:

- geringe Bedeutung Schwerverkehr.

- bei gegebenen Verkehrsmengen und Tempo 30 Einordnung in Belastungsbereich I gem. ERA 2010 - keine besondere Gefahrenlage.

- Frequenz Fußgängerverkehr auf dem kombinierten Geh- und Radweg in Spitzenzeiten eindeutig zu hoch (u.a. durch Ärztehaus).

- unsichere Gestaltung mit zahlreichen Verschwenkungen und fehlenden Sichtbeziehungen im Abschnitt Bahnhofstraße - Goerdelerstraße

Folglich wäre die Benutzungspflicht in der Goethestraße zu nächstmöglichem Zeitpunkt aufzuheben.

Die Stellungnahme des ADFC Aschaffenburg-Miltenberg e.V. wurde vom ADFC Bayern rechtlich geprüft.

Nun ist die Gemeinde am Zug im Verlauf des Sommers hierzu Stellung zu nehmen (31.08.2018).

Text der Stellungnahme (PDF)

Goethestraße - Zwischenstand Benutzungspflicht Geh- und Radweg

Betreffend der Benutzungspflicht in der Goethestraße in Kleinostheim haben Gespräche mit der den relevanten politischen Parteien vor Ort stattgefunden, in denen auf die Verhältnisse hingewiesen wurden. In der Stellungnahme, deren Erstellung noch im Gange ist, wird die Streichung der Benutzungspflicht für den kombinierten Geh- und Radweg an dieser Stelle als notwendige Maßnahme gesehen.

Beobachtbar nutzen ca. 30-40% der Radfahrer heute die Fahrbahn.

Mehr dazu sobald diese final vorliegt.

Bereits in 2011 wurde ein Anschreiben des ADFC seitens der Verwaltung abschlägig beantwortet. Das Thema wurde erneut in 2014 und nochmals in der Bürgerwerkstatt Verkehr in 2017 von Siegfried Gaitzsch und Tino Fleckenstein angesprochen.

ADFC hinterfragt Berücksichtigung Radverkehr beim Projekt Kreisverkehr Heubrach

Wie der ADFC erfahren hat, steht im Rahmen der Sanierung B8 eine Neugestaltung des Kreisverkehrs am Ortseingang Kleinostheim an. Hierzu hieß es im Main-Echo am 20.02.2018: “... Zum Projekt gehöre auch der Verkehrskreisel am Ortsrand. Er bekomme nicht nur eine neue Fahrbahndecke, sondern auch geringfügig größere Ausmaße, um den Schwerlastverkehr bewältigen zu können.“.

Hierzu ergeben sich folgende Fragestellungen:

  1. Inwieweit wurden seitens der Verwaltung in die Planungen zur Neugestaltung des Kreisverkehrs an der Heubrach die Anregungen des ADFC Aschaffenburg-Miltenberg e.V. aus 2014 in die Planung eingebracht?

     

  2. Wurde die in der Bürgerwerkstatt im März 2017 angedachte Radverbindung entlang der B8 vom Kreisverkehr bis zur Hörsteiner Straße in den Planungen berücksichtigt, so dass diese jetzt oder später realisiert werden kann?

     

  3. Welche Lösungsvorschläge wurden hinsichtlich der Querung Abzweigung Waldstadt vorgesehen?

     

  4. Wie stellt sich der Planungsstand Querungshilfe B8 Ende Mittelweg unweit des Pumphauses dar?

     

  5. Wie sehen die Planungen für diesen Bereich im Konkreten aus?

Der ADFC Aschaffenburg-Miltenberg e.V. hat um die Übersendung von Planunterlagen gebeten, um ein differenziertes Bild von den Planungen zu gewinnen.

Das Anschreiben des ADFC

Bürgerwerkstadt Kleinostheim zu Radverkehr

Mit Frau Saary vom Fachbüro VERKEHRSLÖSUNGEN - Blees Eberhardt Saary Partnerschaft wurde eine Arbeitsgruppe Radverkehr durchgeführt.

Hierzu wurde auch die Unfallsituation Radverkehr in den letzten Jahren gesichtet.

Wesentliche Anregungen der Bürger und des ADFC wie folgt:

  • Für die Ortseingangssituation Hanauer Straße muss eine Lösung gefunden werden. Möglich wäre z.B. die Fortsetzung des Radweges bis zur Hörsteiner Straße. Dies gilt auch für die Querungshilfe am alten Wasserwerk.
  • Die Querung B8 zur Waldstadt muss sicherer gemacht werden. Tempo 100 an dieser Stelle ist zu viel.
  • Die Benutzungspflicht des "Radweges" in der Geschäftsstraße Goehtestraße muss entfallen. Mögliche Lösung wäre Gehweg - Radfahrer frei. Der ADFC hatte dies bereits vor sechs Jahren angeregt. Hier waren sich alle einige, dass es mit dem gegebenen Fußverkehr, welcher die ERA-Grenzen für innerörtliche Geh- und Radwege überschreitet, nicht geht.
  • Gleiches gilt für die Benutzungspflicht in der Mainparkstraße bei Rewe.
  • In der Goethestraße sind Fahrradabstellplätze an der Straße durch Wegfall von 1-2 PKW-Stellplätzen zu realisieren, um das Fahrradparken zu attraktivieren.
  • Die Abstellsituation am Bahnhof ist zu überprüfen.

Die Verwaltung wird die Vorschläge mitnehmen und in den nächsten Monaten prüfen, welche Maßnahmen umgesetzt werden können.

Bordsteine in Kleinostheim abgesenkt

Bereits 2014 hatte der ADFC in seiner Stellungnahme bezüglich der Radwegsituation in Kleinostheim vorgeschlagen einige Bordsteine von/zu Radwegen abzusenken. An der Hehlbrücke und am Spielplatz an der Julius-Echter-Straße wurde dies nun umgesetzt. Den Antrag an die Gemeindegremien hatte Jörg Unbehauen (SPD) gestellt. Toll dass es hier nun etwas vorangeht was die Fahrradfreundlichkeit betrifft.

Radwegsituation in Kleinostheim untersucht

Seit Ende 2013 gibt es in Kleinostheim eine Bürgerwerkstatt Verkehr. Dort soll auch der Radverkehr als eigenes Thema behandelt werden. Der ADFC hat sich die örtliche Situation auf mehrerer Befahrungen angesehen und umfangreiche Vorschläge aufbereitet. Dieses Konzept wird mit der Kleinostheimer Kommunalpolitik diskutiert und soll auch mit den Bürgern beraten werden. Knackpunkte sind hier die Situation am Mainradweg, die stark frequentierte B8 und Goethestraße mit einem benutzungspflichtigen ungenügenden Radweg sowie fehlenden leicht zugänglichen Fahrradabstellanlagen am Einkaufszentrum Goethestraße.

Präsentation Radwege Kleinostheim

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